SDG_02_Option_02_03_20231119_182341.txt

Optionen
und
Maßnahmen
Österreichs Handlungsoptionen
zur Umsetzung
der UN-Agenda 2030
für eine lebenswerte Zukunft.
UniNEtZ –
Universitäten und Nachhaltige
Entwicklungsziele
Optionen und Maßnahmen1
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaft02_03
Target 2.1, 2.2, 2.3, 2.4Autor:
Thomas Lindenthal (Zentrum für globalen Wandel und
Nachhaltigkeit, BOKU)
Reviewer_innen:
Franz Fehr (BOKU), Monika Kriechbaum (Institut für
Integrative Naturschutzforschung, BOKU)Verstärkte Förderung der Biologischen
Landwirtschaft1

1 Biologische Landwirtschaft gemäß EU-Verordnung zur
biologischen/ökologischen Landwirtschaft Verordnung
der Europäischen Union – EU VO 834/2007 und 889/2008
2
3 Tabellenverzeichnis
3 02_03 .1 Ziele der Option
3 02_03.2 Hintergrund der Option
3 02_03.2.1 Herleitung und Begründung der Option
5 02_03.2.2 Ist-Stand
9 02_03.3 Optionenbeschreibung
9 02_03.3.1 Beschreibung der Option bzw. der zugehörigen Maßnahmen
bzw. Maßnahmenkombinationen
12 02_03.3.1.1 Umsetzungsbedingungen
14 02_03.3.1.2 Systemgrenzen
14 02_03.3.2 Beschreibung der erwarteten Wirkungsweise
14 02_03.3.3 Bisherige Erfahrungen mit dieser Option oder ähnlichen
15 02_03.3.4 Zeithorizont der Wirksamkeit
16 02_03.3.5 Vergleich mit anderen Optionen,
mit denen das Ziel erreicht werden kann
18 02_03.3.6 Interaktionen mit anderen SDGs
21 02_03.3.7 Offene Fragestellungen
23 LiteraturInhalt
Optionen und Maßnahmen02_03.1 Ziele der Option
Adressiert v.a. Targets 2.1, 2.2, 2.3, 2.4
Ziel der Option ist die deutliche Ausweitung der bio –
logischen Landwirtschaft in Österreich auf einen Anteil von mindestens 40 % an
der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 40 % der landwirtschaftlichen Be –
triebe in Österreich bis Ende 2030 (und auf mindestens 50 % der Fläche und der
Betriebe bis zum Jahr 2040)2, um damit einen wichtigen Beitrag zu einer resilien –
ten und ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Landwirtschaft zu leisten.
02_03.2 Hintergrund der Option
In den folgenden Unterkapiteln wird die Herleitung und
Begründung der Option „ Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaft “
sowie die Ist-Situation dargelegt.
02_03.2.1 Herleitung und Begründung der Option
Die biologische Landwirtschaft hat vielfältige und
ausgeprägte positive Wirkungen auf die Umwelt , insbesondere auf Klimaschutz,
Bodenfruchtbarkeit (Humusmehrung, Aggregatsstabilität), Gewässerschutz und
unter gewissen Bedingungen – wenn eine Verbindung mit Strukturvielfalt in der
Landschaft gegeben ist (siehe Option 15_01 und 15_02) – auch für den Arten –
schutz (Niggli, Earley & Ogorzalek, 2007; Niggli, Schmid & Fließbach, 2008; Niggli,
Fließbach, Hepperly & Scialabba, 2009; Lindenthal, Markut, Hörtenhuber, Theurl
& Rudolph, 2010; Muller et al., 2017; Austrian Panel on Climate Change (APCC),
2018; Wirz, Tennhardt, Lindenthal, Griese, Opielka & Peter, 2018; Zaller, 2018;

2 Aktuell werden in Österreich 26 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche und 22 % der Betriebe
biologisch bewirtschaftet (Bundesministerium für Landwirtschaft und Tourismus (BMLRT), 2020).
Die hier empfohlenen Zielanteile an Biofläche/Biobetrieben basieren einerseits auf dem gegen –
wärtigen Bio-Anteil und andererseits auf den Erkenntnissen aus Kummer et al. (2020) für das
Burgenland bis zum Jahr 2027. In einer aktuellen Studie für Österreich von Kummer et al. (2021)
wurden die erforderlichen Maßnahmen für die Weiterentwicklung des Biolandbaus in Österreich
bis zum Jahr 2030 in ausgewählten Bereichen der Wertschöpfungskette ausgearbeitet.
3Tabellenverzeichnis
Tab. O_2-03_01: Bezug
zu anderen Optionen.
Quelle: Eigene Darstellung.
// Tab. O_2-03_01: Re-
ference to other options.
Source: Own illustration.18 19 Tab. O_2-03_02: Interak –
tionen mit anderen SDGs.
Quelle: Eigene Darstel –
lung.
// Tab. O_2-03_02: Inter –
actions with other SDGs.
Source: Own illustration.
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen LandwirtschaftSanders & Heß, 2019; Kirchengast et al., 2019).3 Im aktuellen Regierungspro –
gramm wird dementsprechend bereits eine biologische und nachhaltige Wirt –
schaftsweise als strategisches Element zur Erreichung der umwelt- und klimapoliti –
schen Ziele in der Landwirtschaft positioniert (Bundeskanzleramt, 2020, S. 120).
Gleichzeitig sind vielfältigere Anbausysteme des
Biolandbaus auch widerstandsfähiger gegen Schocks und Krisen . Die biolo –
gische Landwirtschaft ist zudem auch ökonomisch robuster und weniger import-
abhängig (bzgl. Importe von Mineraldüngern, Futtermitteln und Pestiziden) sowie
stärker regional ausgerichtet (Wirz et al., 2018).
Die Ertragsrückgänge im Biolandbau können durch
einen gesünderen, klimagerechten Ernährungsstil (Reduktion des Fleisch –
konsums und der Lebensmittelabfälle; siehe Option 02_01 und Option 12_03)
zudem mehr als kompensiert werden (Muller et al., 2017; Schlatzer & Lindenthal,
2018a).
Des Weiteren ist der Beitrag des Biolandbaus zur
Gesundheit aufgrund der Reduktion des Pestizid- und Antibiotikaeinsatzes eben –
falls unumstritten (APCC, 2018).
Hinzu kommt, dass der Biolandbau ein wichtiger Motor
der regionalen Vermarktung bzw. Direktvermarktung ist (Wirz et al., 2018), wo –
mit er, auch aufgrund seiner geringeren Importabhängigkeit für Betriebsmittel ein
großes Potenzial für eine regionale Ernährungssicherung hat.
Ein ambitionierter Ausbau der biologischen Land –
wirtschaft in Österreich auf 40 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche und der
Betriebe bis zum Jahr 2030 ist daher eine zentrale Maßnahme für eine klima –
freundlichere, resiliente und somit krisenrobustere Landwirtschaft (siehe Option
02_06). Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist auch der geplante Ausbau des
Biolandbaus im Burgenland durch die Ausweitung der biologisch bewirtschafte –
ten Fläche auf 50 % bis 2027 (Kummer et al., 2020). Zudem gibt es ambitionierte
Ausbauprogramme der biologischen Landwirtschaft beispielsweise in Südtirol und
in Dänemark (Beschreibung und Erfahrungen hierzu siehe Kap. 02_03.3.1).
Auch auf der Ebene der gesamten Europäischen
Union sind wichtige ökologische Reformen geplant: Die Kommission der Euro –
päischen Union ( EU) hat kürzlich ihre ambitionierte Farm-to-Fork -Strategie veröf –
fentlicht, die klare Ziele bis 2030 auf agrar- und ernährungspolitischer Ebene setzt
(Europäische Kommission, 2020):
a) Ausweitung des ökologischen Landbaus (als „ umweltfreundliche Praxis “ be-
zeichnet) auf 25 % der gesamten landwirtschaftlichen Fläche;
b) Den Einsatz von chemischen Pestiziden und vor allem von gefährlicheren Pesti –
ziden um 50 % reduzieren;
c) Nährstoffverluste auf 50 %, Stickstoffdünger um zumindest 20 % reduzieren;
d) Den Verkauf von Antibiotika in der Tierhaltung sowie in der Aquakultur um 50 %
reduzieren (da ca. 33.000 Tote pro Jahr in der EU mit dem Einsatz von Antibiotika
bei Tieren und Menschen assoziiert werden) (Cassini et al., 2019).

3 Die transformative Kraft, die der Biolandbau über die letzten Dekaden entwickelt hat, zeigt die
umfassendste Studie ihrer Art, nämlich jene des Thünen-Instituts in Deutschland (Sanders &
Heß, 2019). Die Auswertung hunderter Forschungsergebnisse bzw. Vergleichsuntersuchungen
zwischen biologischer und konventioneller Landwirtschaft aus den letzten 30 Jahren zeigt: Der
Biolandbau hat beim Gewässer-, Boden- und Klimaschutz in Sachen Artenvielfalt und Ressour –
ceneffizienz deutlich ausgeprägte Vorteile und gilt zu Recht als ein Schlüssel auf dem Weg zu
einem nachhaltigen Landwirtschaftssystem (Sanders & Heß, 2019).
4
Optionen und MaßnahmenDie Option geht somit direkt aus den Targets/Indikatoren des SDG 2 im Kontext
nachhaltiger Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und -versorgung hervor und
zielt insbesondere auch auf die Sicherstellung einer nachhaltigen Ernährung und
somit auf die Vermeidung von Hunger – insbesondere in Krisensituationen – ab
(siehe auch Option 02_6).
Es existieren enge Wechselwirkungen mit
folgenden weiteren SDGs : SDG 1, SDG 3, SDG 4, SDG 5, SDG 6, SDG 12, SDG
13, SDG 15
02_03.2.2 Ist-Stand
Die im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft
deutlich bessere Nachhaltigkeitsperformance des Biolandbaus in allen drei Di –
mensionen der Nachhaltigkeit (ökologische, ökonomische und soziale Dimension)
sind unstrittig (siehe Lindenthal, Steinmüller, Wohlmeyer, Pollak & Narodoslawski,
2001; Niggli, 2007; Schlatzer & Lindenthal, 2018a), was jüngste Publikationen des
deutschen Bundestages (Wirz et al., 2018) und des Thünen-Instituts (Sanders &
Heß, 2019) bestätigen. Die biologische Landwirtschaft weist im Vergleich zur kon –
ventionellen Landwirtschaft beim Klimaschutz wichtige Vorteile auf (Kirchengast
et al., 2019). Diese und weitere ökologische sowie sozio-ökonomische Vorteile
werden im Folgenden kurz dargestellt.
I.) Klimaschutzvorteile des Biolandbaus im Bereich Tierhaltung
–Der Biolandbau hat im Durchschnitt einen geringeren Viehbesatz und produ –
ziert weniger Fleisch pro Fläche. Dies ist ein wichtiges Element einer flächen –
gebundenen standortbezogenen Tierhaltung (siehe oben), sodass deutlich gerin –
gere Kohlendioxid-Äquivalente (CO2eq)-Emissionen pro Fläche entstehen: Fleisch
hat einen sehr hohen „CO2-Rucksack “ (siehe Option 02_01) und wenn weniger
davon produziert wird, sinken die Treibhausgasemissionen;
–Bei der extensiveren Tierhaltung im Biolandbau entstehen geringere Lachgas
(N2O)-Emissionen , da die Stickstoffmengen im Betrieb geringer sind;
–Die CO2eq-Emissionen sind auch pro kg Bio fleisch (und Bioeiern) vielfach um
10-50 % geringer als bei konventionellem Fleisch (und Eiern) (Wirz et al., 2018);
–Diese Reduktion kommt auch durch den weitgehenden Verzicht auf Sojaim –
porte aus Brasilien und Argentinien zustande. Dies ist ein wichtiger Beitrag
zum weiteren Stopp der Zerstörung von Regenwäldern und dem Savannenland
und ist damit ganz wesentlich für den Schutz der Biodiversität und des Klimas
(12 – 20 % der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen von der Regenwald –
zerstörung (Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen (IPCC), 2007;
2018)).
II.) Klimaschutzvorteile des Biolandbaus durch Verzicht auf
Stickstoff-Mineraldünger
–Da der Biolandbau den Einsatz von Stickstoff mineraldünger verbietet, hat der
Bio-Ackerbau um 66 -90 % geringere CO2eq-Emissionen/ha (Meier, Stoes –
sel, Jungbluth, Juraske, Schader & Stolze, 2015; Dersch, Murer, Ofner-Schröck
& Weber, 2017, S. 187; Wirz et al., 2018). Neben dem Bio-Ackerbau sind auch
signifikante Treibhausgas(THG)-Emissionsreduktionspotenziale im Obst- und
Weinbau gegeben. Diese werden vom ÖPUL Evaluierungsbericht als mittelhoch
eingestuft (Dersch et al., 2017);
–Diese geringeren Treibhausgasemissionen im Biolandbau stammen auch von
einer durchschnittlich geringeren Produktionsintensität : Die Stickstoff dünge –
mengen (über organische Dünger und Leguminosen, die den Stickstoff aus
5
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaftder Luft binden) sind z.T. deutlich geringer als in der konventionellen Land –
wirtschaft, was die direkten und indirekten Lachgas emissionen (N2O) weiter
reduziert (Dersch et al., 2017, S. 157);
–Die Reduktion in den Treibhausgasen auf den Bioflächen wirkt sich – allerdings
weniger ausgeprägt – in häufig geringeren CO2eq-Emissionen/kg Produkt in Ös –
terreich aus. Jedoch ist die Betrachtung pro Flächeneinheit wesentlich wich –
tiger als die CO2-Emissionen/kg Produkt, da die Landwirtschaft der Zukunft die
Endlichkeit der Fläche und deren nachhaltige Nutzung respektieren muss. Dies
bedeutet, dass sich vielmehr die Konsummuster an limitierten Flächen und deren
nachhaltiger Nutzung ausrichten müssen, also auch an den Bodenressourcen
und deren Schutz (siehe C.X.6.2.1: nachhaltiger Ernährungsstil). Die Ausrichtung
auf CO2-Emissionen/kg Produkt führt zwangsläufig zu einer Förderung intensi –
ver Systeme. Denn hohe Erträge (die zwar in der Produktion höhere Mengen an
CO2eq/ha Fläche verursachen) führen bei der Berechnung auf den Unit 1kg-Ertrag
zu geringeren CO2-Werten/kg-Ertrag (da die höheren CO2-Werte/ha eben durch
hohe Erträge dividiert werden). Dies bestätigen die Verfechter_innen der nach –
haltigen Intensivierung). Bei nachhaltiger Intensivierung verstärkt sich jedoch
weiter die große Gefahr, dass u.a. die (mittel- und langfristige) Bodenfrucht –
barkeit und die Biodiversität verschlechtert sowie die Gewässer weiter belastet
werden.
III.) Treibhausgasreduktion und Klimawandel-anpassung des Biolandbaus
durch Humusaufbau
–Der Biolandbau weist in der Regel höhere Humusgehalte auf und hat somit
über seine humusmehrende Bewirtschaftungsweise eine sehr große Bedeu –
tung für die CO2-Speicherung im Boden. In einer globalen Metastudie zeigen
Gattinger et al. (2012) eine durchschnittlich 450 kg/ha höhere Kohlenstoff –
sequestrierung auf Bioflächen im Vergleich zu konventionell bewirtschafteten
Flächen (bei denen es häufiger zum Humusabbau kommt, siehe Heißenhuber et
al., 2015). Für Mitteleuropa sind ähnliche und z.T. noch höhere Werte berechnet
worden (Hülsbergen & Küstermann, 2007; Wirz et al., 2018, S. 17);
–Durch den Humusaufbau und eine verbesserte Bodenstruktur kommt dem Bio –
landbau daher auch bei der Klimawandelanpassung eine wichtige Rolle zu
(Niggli, 2007; Kromp-Kolb et al., 2014; Sanders & Heß, 2019) , was auch der Be –
richt zur ÖPUL Evaluierung 2017 bestätigt (Umweltbundesamt (UBA), 2017).
Zukünftige Witterungsextreme (z.B. Trockenheit, Starkniederschläge) werden
in Bioböden besser abgefedert (siehe Niggli, 2007; Wirz et al., 2018), denn Bio –
böden nehmen aufgrund höherer Humusgehalte und besserer Bodenstruktur
nachweislich schneller Wasser auf und speichern dieses besser. Der Bioacker –
bau trägt auch wesentlich zur Vermeidung von Bodenerosion en bei (Wirz et
al., 2018; Sanders & Heß, 2019).
IV.) Klimaschutzvorteile des Biolandbaus im Kontext des Ernährungsstils
–Der Biolandbau kann daher zu einem – u.a. für den Klimaschutz sehr wichtigen
– geringeren Fleischkonsum wesentlich beitragen : Wegen des erwähnten
geringeren Viehbesatzes und einer geringeren Intensität in der Fütterung ist eine
geringere Fleischproduktion bei höheren Preisen die Folge. Denn die stärkere
Kostenwahrheit im Biolandbau führt zu höheren Fleischpreisen (Schader et al.,
2013). Das kann – unter der Voraussetzung eines entsprechend vorhandenen
Bewusstseins – zu einem sorgsameren Umgang mit Fleisch führen – gemäß
dem Klimaschutzziel , weniger und dafür höherqualitatives Fleisch zu essen
6
Optionen und Maßnahmen(siehe Option 02_01);
–Freyer & Dorninger (2008) berechneten, dass eine 100-prozentige Umstellung
der österreichischen Landwirtschaft auf biologische Wirtschaftsweisen (bei
unveränderten Ernährungsmustern) 12,7-39 % der THG-Emissionen in der
Landwirtschaft4 einsparen könnte. Bei einer Kombination von 100-prozentigem
Biolandbau mit einer, an den Richtlinien der Österreichischen sowie Deutschen
Gesellschaft für Ernährung (Österreichische Gesellschaft für Ernährung (ÖGE),
2017; Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2017) angepassten Ernäh –
rungsweise (Reduktion des Fleischkonsums um ca. 64 %) können 2,3-4,2 Mio.
t CO2eq pro Jahr bzw. 2,8-5,1 % der gesamten jährlichen österreichischen
Treibhausgase eingespart werden;
–Der Biolandbau hat aufgrund einer größeren Kostenwahrheit höhere Lebens –
mittelpreise, was zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln beiträgt und
damit dabei hilft, Lebensmittelabfälle zu reduzieren . Dies trägt, neben einem
geringeren Flächenbedarf, wesentlich dazu bei, die Treibhausgase zu senken;
–Bioernährung leistet viele bewusstseinsbildende Effekte hin zu regionalen/
österreichischen Produkten . Der Biolandbau bzw. die Biobetriebe, Bioverbän –
de und Vermarkter_innen von Bio-Lebensmitteln haben viele verschiedene regio –
nale Vermarktungsinitiativen sowie Initiativen zu einer saisonaleren Ernährung.
V.) Förderung der Biodiversität durch Biolandbau
Es ist vielfach belegt , dass der Biolandbau in den
bewirtschafteten Flächen unter bestimmen Bedingungen Biodiversitätsvorteile
gegenüber konventioneller Landwirtschaft aufweist (siehe Niggli, 2007; Müller &
Lindenthal, 2009; Wirz et al., 2018; Sanders & Heß, 2019). Dies ist u.a. auf den
Pestizidverbot, die geringeren Stickstoff-Niveaus in den Böden und die vielfältige –
ren Fruchtfolgen zurückzuführen. Die positive Wirkung des Biolandbaus auf die
Biodiversität sowie zur Erhaltung der Ökosysteme und zur Klimawandelanpassung
werden auch im Bericht zur ÖPUL-Evaluierung mit dem Schwerpunkt Umwelt und
Klima des UBA (UBA, 2017, S. 64) betont. Die positiven Biodiversitätseffekte wer –
den verstärkt durch weitaus geringere Spillover -Effekte in anderen Kontinenten
(deutlich geringere r Import von Soja, das auf ehemaligen Tropenwald- und Savan –
nenflächen angebaut wird und zunehmender Verzicht auf Palmöl in verarbeite –
ten Bioprodukten (Schlatzer & Lindenthal 2018a; 2019).
VI.) Förderung der Bodenfruchtbarkeit durch Biolandbau
Biologisch bewirtschaftete Böden weisen im Acker-
und Gemüsebau deutlich höhere Humusgehalte , eine höhere Aggregatstabilität,
eine geringere Bodenerosion sowie eine geringere Bodenverdichtung (und
damit höhere Wasserinfiltration, was bei Starkniederschlägen wichtig ist) auf
(Niggli, 2007; Niggli et al., 2009; Müller & Lindenthal, 2009; Wirz et al., 2018; San –
ders & Heß, 2019, S. 93), wodurch die Böden auch robuster gegenüber künftiger
Wetterextreme durch den Klimawandel (Trockenheit, Starkniederschläge) werden.
Zudem ist auch die bodenbiologische Artenvielfalt (bei Bodenfauna und -flora) in
den biologisch bewirtschafteten Ackerböden vielfach höher als in konventionell be –
wirtschafteten Böden (Friedel, Gabel, Ehrmann & Stahr, 1999; Mäder et al., 2002;
Fließbach et al., 2007), was zu einem stabileren Bodenleben führt, bzw. die boden –
biologische Resilienz erhöht.
4 THG-Emissionen in der Landwirtschaft in Österreich im Jahr 2018: 8,1 Mio. t CO2eq. bzw. 10,2 %
der THG-Emissionen in Österreich (UBA, 2019).
7
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen LandwirtschaftDie Effekte des Biolandbaus auf Klimaschutz, Bio –
diversität und Bodenschutz erhöhen sich durch einen nachhaltigen und gesun –
den Ernährungsstil (deutlich verringerter Fleischkonsum, deutliche Reduktion der
vereidbaren Lebensmittelabfälle)5 (siehe Option 02_01 und Option 12_13).
VII.) Vorteile des Biolandbaus für den Schutz von Grund- und Oberflächen –
gewässern
Geringere Nitratbelastung des Grundwassers : Bio –
betriebe weisen in Mitteleuropa im Vergleich zu konventionellen Betrieben meist
signifikant geringere Nitratauswaschungen ins Grundwasser auf (Wirz et al., 2018;
Sanders & Heß, 2019). Dies ist u.a. auf die generell geringeren Nitrat(N)-Über –
schüsse im Biolandbau und die geringeren N-Niveaus im Boden zurückzuführen,
was wiederum signifikant geringere N-Einträge sowohl bei Acker- wie auch bei
Grünlandbewirtschaftung in Grund- und Oberflächengewässer n zur Folge hat.
Dies zeigen auch die Ergebnisse einer sehr großen Zahl an Vergleichsuntersu –
chungen (Müller & Lindenthal, 2009; Sanders & Heß, 2019). Schader et al. (2013)
berechneten für die Schweiz einen 20-50 % geringeren Nitrataustrag im Ver –
gleich zur konventionellen Landwirtschaft.
Schutz von Oberflächengewässer n durch die Ver –
ringerung der Eutrophierung : Die biologische Landwirtschaft trägt durch ihre im
Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft wesentlich geringere Bodenerosion
und geringere Phosphor-Gehalte in den Böden maßgeblich zu einer verringerten
Eutrophierung der Gewässer bei (Lindenthal, 2000; Müller & Lindenthal, 2009;
Wirz et al., 2018; Sanders & Heß, 2019). Schader et al. (2013) berechneten für die
Schweiz eine 10-20 % niedrigere Phosphor-Eutrophierung bei biologischer
Bewirtschaftung. Biobetriebe weisen neben in der Regel deutlich geringeren Stick –
stoffbilanzen (siehe oben) vor allem auch deutlich geringere Phosphorbilanzen
sowie – damit in Verbindung stehend – auch wesentlich geringere Phosphorge –
samt (Pges)-Gehalte und verfügbare N- und Phosphor (P)-Gehalte in den Böden
auf. Daher werden deutlich geringere N- und P-Mengen über Oberflächenabfluss
und Erosion in die Gewässer eingetragen (Lindenthal, 2000; Niggli, 2007; Müller &
Lindenthal, 2009).
Aus dem Verbot von chemisch synthetischen Pflan –
zenschutzmitteln in der biologischen Landwirtschaft resultieren geringere Einträ –
ge von Pestiziden in Grund- und Oberflächengewässern (Müller & Lindenthal,
2009; Wirz et al., 2018, Sanders & Heß, 2019). Die Auswaschung von im Bioland –
bau zugelassenen Pflanzenschutzmitteln hat vernachlässigbare negative ökologi –
schen Folgen (Schlatzer & Lindenthal, 2018a).
VIII.) Volkswirtschaftliche Vorteile des Biolandbaus
Schader et al. (2013) haben berechnet, dass bei einer
Vollumstellung auf biologische Landwirtschaft etwa ein Drittel der jährlichen ex –
ternen Kosten der Landwirtschaft in Österreich eingespart werden könnten. Das
Einsparungspotential liegt damit für Österreich bei zumindest 425 Mio. Euro pro
Jahr (u.a. durch die Vermeidung der Kosten der Trinkwasseraufbereitung durch

5 Eine große internationale Studie zeigt, dass eine globale, vollständig auf Biolandbau umgestellte
Landwirtschaft eine weiter wachsende Weltbevölkerung, das heißt 9,6 Mrd. Menschen im Jahre
2050, ernähren kann. Grundvoraussetzung hierfür sind allerdings laut den Autor_innen eine
Reduktion des Fleischkonsums um 50 % und eine Senkung des Lebensmittelabfalls um 25-50 %
(Muller et al., 2017). Schlatzer & Lindenthal (2018a) haben dies in ihren Modellrechnungen für die
Ernährung Österreichs bestätigt.
8
Optionen und MaßnahmenPflanzenschutzmitteleinträge, die Reduktion der Kosten für Trinkwasseraufberei –
tung durch Nitrateinträge (um -40 %) sowie Phosphateinträge (um -20 %) und die
Reduktion der Treibhausgas-Emissionen von ca. 30-60 % pro Hektar landwirt –
schaftlicher Nutzfläche) (Schader et al., 2013).
Durch den Umstieg auf eine gesündere Ernährung
gemäß der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE ) können Kosten
der Lebensmittelversorgung in beachtlichem Maße eingespart werden: Der Anteil
an biologischen Produkten kann in einem solchen, gesunden Warenkorb ohne
Mehrkosten stark gesteigert werden . Die Wahl eines gesunden anstelle des
durchschnittlichen Warenkorbs ermöglicht, dass ca. 70 % des Einkaufs in Bio –
qualität eingekauft werden kann – ohne mehr Geld für den Einkauf ausgeben zu
müssen6 (Schlatzer & Lindenthal, 2018b). Gleichzeitig können durch den Umstieg
auf eine gesündere Ernährung 38 % der Treibhausgasemissionen eingespart wer –
den (Schlatzer & Lindenthal, 2018a). Eine derartige Zunahme des Konsums von
Bioprodukten würde zudem auch das Faktoreinkommen vieler landwirtschaftlicher
(Bio-)Betriebe signifikant erhöhen.
IX.) Gesundheitliche Vorteile des Biolandbaus
In einer systemischen Betrachtungsweise besteht die Einschätzung, dass ein ge –
sünderer Ernährungs- und Lebensstil in Kombination mit Biolebensmitteln, wie dies
bei intensiven Nutzer_innen von Biolebensmitteln beobachtet wird, zu positiven
Gesundheitswirkungen führt (Niggli, 2007; Wirz et al., 2018). Bei einer großflächi –
gen Umstellung auf Biolandbau sind im Vergleich zu konventionellen Produkten
deutlich geringere Pestizidrückstände sowie geringere Nitratgehalte und Arzneimit –
telrückstände in Lebensmitteln zu erwarten.
02_03.3 Optionenbeschreibung
02_03 .3.1 Beschreibung der Option
bzw. der zugehörigen Maßnahmen
bzw. Maßnahmenkombinationen
Diese Option umfasst dabei folgende Zielsetzungen und zugehhörige Maßnah –
men (beispielhaft angeführt7):
a) Die Ausweitung der biologischen Landwirtschaft (auf mindestens je 40 % der
landwirtschaftlichen Nutzfläche und der landwirtschaftlichen Betriebe in Öster –
reich bis Ende 2030 (und auf mindestens je 50 % der Fläche und der Betriebe
bis zum Jahr 2040) in Verbindung mit österreichweiten Strategien einer
kreislauforientierten sowie ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen
und damit klima- und krisenresilienten Landwirtschaft (siehe enge Verbin –
dung zu den Optionen 02_01, 02_04, 02_05, 02_06 sowie 15_01, 15_03 und
weiteren Optionen im SDG 15), die auch die Sicherung einer flächendeckenden
kleinstrukturierten Landwirtschaft in Österreich (betreffend auch die regionale
Versorgung, insbesondere auch im Berggebiet) umfasst.
b) Stärkere Agrarförderung für die biologische Landwirtschaft und Reform der
(Agrar)-Subventionen

6 Wenn der wöchentliche Einkauf einer vierköpfigen Familie von einem konventionellen Warenkorb
mit einem Markenanteil von 50 % vollständig auf eine gesunde und biologische Ernährung umge –
stellt wird, beträgt die Differenz 12 € in der Woche, womit die Mehrkosten lediglich 10 % betragen.
7 siehe auch Kummer et al. (2020) für die Ausweitung des Biolandbaus auf 50 % der landwirtschaft –
lichen Nutzfläche im Burgenland bis zum Jahr 2027.
9
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaft10Dies umfasst:
–Ausbau der Förderungen für Biobetriebe und für die Umstellung konventio –
neller Betriebe auf biologische Landwirtschaft;
–Reform der Agrarsubventionen auf Treffsicherheit und in Richtung einer gene –
rell weiter verstärkten ökologischen und sozialen Ausrichtung (soziale Staffelung
und verstärkte Förderung der kleinstrukturierten Betriebe);
–Förderungen für ökologische, gesunde, regionale und saisonale Lebens –
mittel;
–Analyse der (Agrar-)Subventionen im Hinblick u.a. auf Klimaschädlichkeit,
Krisenanfälligkeit, Zentralisierung, fehlende Tiergerechtheit und gesundheits –
schädigender Wirkungen;
–Streichung derartiger krisengefährdender Subventionen und umlenken in
Richtung biologischer Betriebe und krisenrobuster, ökologisch orientierter Le –
bensmittelverarbeitung.
c) Förderung des Biolandbaus im Kontext der Belohnung von Ökosystemleis –
tungen von Landwirtschaftssystemen (für Klimaschutz, Bodenfruchtbarkeit,
Multifunktionalität, soziale Aspekte wie Inklusion) in Form von monetären Direkt –
zahlungen für landwirtschaftliche Betriebe (gestaffelt nach sozialen Kriterien
zur stärkeren Förderung der kleinbäuerlichen Betriebe). Zur Verbesserung der
Artenvielfalt ist die zusätzliche Förderung von Kleinmaßnahmen zur Erhöhung
der Strukturvielfalt (Förderung von Hecken, Solitärbäumen, Rainen, Blühstreifen,
Feuchtbiotopen, kleineren Schlägen etc.) mit einer erhöhten Biolandbauförde –
rung zu verbinden.
d) Einen deutlichen Ausbau regional ausgerichteter Bio-Lebensmittelverarbei –
tung und -lagerung (inkl. Vorratshaltung) unter sozial und ökonomisch nach –
haltigen Bedingungen (betrifft u.a. sozial faire Arbeitsbedingungen).
e) Eine deutliche Steigerung der inländischen Vermarktung der Bioprodukte
und dabei Förderung möglichst dezentraler/regionaler Lebensmitteldistributi –
on/-vermarktung . Dies soll alle Formen regionaler Vermarktung umfassen, von
der Gründung von regionalen Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungs-
Genossenschaften bis zu regionalen Initiativen im Lebensmitteleinzelhandel.
f) Deutlicher Ausbau der Biolebensmittelversorgung in Großküchen und
Gemeinschaftsverpflegung der öffentlichen Hand (Pensionist_innenheime,
Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen) hin zu dem Ziel einer Bio-Quote von 40
% bis zum Jahr 2030: verbindlich verankerter Einkauf von 40 % (nach Geldwert)
aus biologischer Produktion stammender Lebensmittel.
g) Steigerung des Bioanteils in privaten Kantinen und Caterings sowie in der
Gastronomie und Hotellerie und Ausbau/Förderung der Biohotels.
h) Breite Etablierung von Bioregionen bzw. Ausweitung des Biolandbaus und
des regionalen Bioproduktkonsums im Kontext eines nachhaltigen Tourismus
über ein breites Maßnahmenpaket in den Bereichen nachhaltiger Regionalent –
wicklung, regionaler Werbung/Marketing, Österreich-Werbung, Förderungen und
Bildung (in Gastronomie, Hotellerie, landwirtschaftlichem Schulwesen, Direkt –
vermarktung, lokaler Verarbeitung sowie Konsument_inneninformation u.a. zu
lokalen Bioprodukten) sowie über umfassende Aktivitäten/Förderungen für die
Begleitung/Coaching, Vernetzung der Akteur_innen sowie für Bio-Regional-Ini –
tiativen in der jeweiligen Region.
i) Verbindung des Biolandbaus mit österreichweiten Konzepten und Strategien zur
Förderung nachhaltiger klimafreundlicher Ernährungsstile : „Bio – Fair – Re –
gio – Saisonal“ in veganen, vegetarischen und omnivoren fleischreduzierten Er –
Optionen und Maßnahmen11nährungsstilen (nach Empfehlungen der ÖGE8) fördern, in Verbindung mit einem
deutlichen Ausbau der diesbezüglichen Ernährungsbildung in allen Schulen
und Bildungsbereichen und einer begleitenden Bewusstseinsbildung (über Er –
wachsenenbildung, Medien, Schlüsselpersonen und Schlüsselinstitutionen).
j) Verstärkte Integration der biologischen Landwirtschaft in Regionalentwick –
lungskonzepte bis hin zu Bioregionen , sowie Integration des Biolandbaus in
Strategien zur Verstärkung der regionalen Stadt-Land-Beziehung (dies um –
fasst regionale Biovermarktung, Bewusstseinsbildung, engere soziale Netze, hö –
here Transparenz und innovative Kooperationsformen zwischen Landwirtschaft
und Konsument_innen). Diese Maßnahme könnte über eine zentrale Positionie –
rung bei den neuen Leader+ -Programmen umgesetzt werden.
k) Erhalt und Förderung des kleinen, traditionellen Biolebensmittelgewerbes
und der Bioproduktvielfalt sowie des lokalen Wissens zum Biolandbau (u.a.
in den Bereichen Saatgut, Sorten, Boden und Bodenbewirtschaftung, Anbau –
technik, artgerechte Tierhaltung und Biolebensmittelverarbeitung) u.a. über
spezifische nationale, regionale und lokale Förderungen für diesbezügliche
Bildungs-, Vernetzungs-, Beratungs- und Transferinitiativen sowie für regionale
sektorübergreifende Kooperationen (z.B. Kooperationsprogramme für Biobetrie –
be mit lokalen Verarbeitungsunternehmen und der Gastronomie). Dies inkludiert
die verstärkte Förderung bereits bestehender Initiativen – z.B. Saatgutinitiativen
(wie Arche Noah), regionale Arbeitskreise, lokale Bildungsprogramme etc. Zu –
dem sind lokale/regionale Maßnahmenpakete in der Regionalentwicklung sowie
– auf lokales Wissen und Techniken ausgerichtete – nationale und länderspezi –
fische Forschungs- und Wissenstransferprogramme hierfür erforderlich.
l) Verstärkte Verbindung von Naturschutz (Konzepte und Maßnahmen) mit Kon –
zepten zur Förderung des Biolandbaus und damit verbunden auch eine ver –
stärkte Förderung und Beratung zur ökologischen Agrarlandschaftsgestaltung
im Biolandbau . Dabei sind Biolandbauförderungen mit Förderungen von Maß –
nahmen zu Erhalt/Ausbau der Strukturvielfalt (z.B. Anlage/Schutz/Pflege von
Hecken, Rainen, Feuchtbiotopen, Solitärbäumen etc.) und Kleinräumigkeit (z.B.
Schaffung kleinere Schläge) in der Agrarlandschaft (siehe Option 15_01) syn –
ergistisch zu verknüpfen.
m) Verstärkte Einbindung des Biolandbaus in österreichweite Konzepte und Stra –
tegien zur Steigerung der Standards der artgerechten Tierhaltung und des
Tierschutzes.
n) Ausweitung der Forschung zur Weiterentwicklung der biologischen Land –
wirtschaft, was u.a. umfasst: die Erhöhung der diesbezüglichen Forschungs –
budgets der Ministerien, Etablierung eines breit ausgerichteten Forschungs –
programms, die verstärkte Einbindung innovativer Unternehmen aus der
Biolebensmittelwertschöpfungskette in Forschungsaktivitäten sowie die Erwei –
terung des Wissenstransfers und -austausches zwischen Forschung – Bildung
– Beratung – Biobetrieben.
o) Verstärkung der Bio-Beratung: Dies betrifft die Beratung der Biobetriebe (Offi –
zialberatung der Landwirtschaftskammern und Beratung der Bioverbände) aber
auch die Beratung der Bio-Verarbeiter_innen und der Gastronomie/Hotelbetrie –
be (Biomenüs, Biologistik, Biohotels).
p) Verstärkung der Bildung zum Biolandbau und zur nachhaltigen Ernährung
u.a. in landwirtschaftlichen Mittelschulen, landwirtschaftlichen Fachschulen und
8 Die ÖGE empfiehlt einen Fleischkonsum von 22 kg pro Person und Jahr (gegenwärtig in Öster –
reich: 64 kg pro Person und Jahr).
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaft12Gastronomie- und Hotelfachschulen, außerdem Verstärkung der Ausbildung zur
biologischen Landwirtschaft und zur nachhaltigen Ernährung in der Lehrer_inne –
naus- und -weiterbildung.
q) Gender – Rolle der Frau in der biologischen Landwirtschaft stärken (Bei –
spiele): u.a. durch:
–stärkere Integration der Frauen in wichtige Entscheidungsprozesse in Biover –
bänden sowie in den Landwirtschaftskammern aber generell auch in ländlichen
Gemeinden und in der Agrarpolitik;
–Gleichberechtigung sowie spezifische inhaltliche Themen der Frauen in der Bio –
landwirtschaft thematisieren und integrieren (in Medien, Agrarbildung, Beratung
und Agrarpolitik);
–Ausbau von Frauenförderprogrammen für die Landwirtschaft; diesbezüglich auch
partizipative Prozesse initiieren und finanzielle Anreize setzen;
–Erfolgreiche Genderstrategien aus anderen Ländern wie auch aus anderen Wirt –
schaftsfeldern und Unternehmen prüfen (inkl. Übertragbarkeit von Best Practice
prüfen) und Umsetzungsschritte fördern.
r) Gezielte Unterstützung von einkommensschwachen Familien und Perso –
nen zur Erhöhung der Leistbarkeit von nachhaltigen, gesunden sowie regionalen
Lebensmitteln in Form von
–finanziellen Zuschüssen und/oder
–sozial gestaffelten Steuerentlastungen – ähnlich wie bei den Plänen für eine
sozial ausgerichtete CO2-Steuer bzw. einer ökosozialen Steuerreform.
s) Faire Handelsabkommen , die biologischen Landbau bzw. faire nachhaltige
Landwirtschaft schützen und fördern Damit würde der Import billiger konventio –
neller Lebensmittel verteuert werden. Dadurch hätten inländische Bioprodukte
sowie inländische Produkte mit hohen ökologischen und sozialen Standards und
auch Produkte aus fairem Handel ( Fair Trade ) einen wichtigen Wettbewerbsvor –
teil.
t) Internalisierung der momentan externen Kosten (für Humusabbau, Pestizid –
einträge, Wasserreinigung, Verlust von Insekten und Bienenvölkern, evtl. Klima –
wandelfolgen) der landwirtschaftlichen Produktion, d.h. diese in den Lebensmit –
telpreis miteinbeziehen, sodass Bioprodukte und andere Produktionsweisen aus
einer Low-Input -Landwirtschaft, die aus regionalen kleinbäuerlichen Strukturen
stammen, keine Wettbewerbsnachteile mehr haben. Umsetzungsschritte bzw.
Maßnahmen in diese Richtung sind u.a. Umweltsteuern, Reduktion/Streichung
von Förderungen und Subventionen für nicht-nachhaltige Bewirtschaftungsfor –
men sowie für umweltbelastende Techniken, Produktionsprozesse, Produktions –
zweige und -intensitäten (inkl. Monitoring dieser Maßnahmen und volkswirt –
schaftliche Begleitforschung).
Diese Option bildet eine wichtige Querverbindung
zu anderen Optionen im SDG 2: 02_01, 02_04, 02_05, 02_06 . Gemeinsam mit
diesen Optionen fordert 02_07 eine nachhaltige, resiliente Landwirtschaft (Target
2.4) und eine nachhaltige, resiliente Lebensmittelverarbeitung, -lagerung und -ver –
sorgung.
02_03 .3.1.1 Umsetzungsbedingungen
a) Beschreibung von potenziellen Konflikten und Systemwiderständen sowie
Barrieren
Der Kürze wegen kann dieses Kapitel nur
stichwortartig ausgeführt werden:
–Konflikte und Systemwiderstände im Bereich der Landwirtschaftskammern
Optionen und Maßnahmen13(u.a. Offizialberatung), bäuerlichen Interessensvertretungen und Teilen des
landwirtschaftlichen Bildungswesens sowie in Teilen der Agrarpolitik und der ge –
nossenschaftlichen Strukturen sowie im Bereich der Vermarktung von Agrarpro –
dukten und den diesbezüglichen wirtschaftlichen und institutionellen Strukturen;
–Notwendigkeit zur Änderung bei Subventionen und agrarischen
Fördersystemen hohes Konfliktpotenzial Zusammenarbeit sowie Be –
wusstseinsbildung/politischer Druck von unten sowie auf nationaler Ebene (im
Bereich der EU) unbedingt notwendig;
–Ernährungsverhalten in Richtung billiger, konventioneller Lebensmittel ist
neben ökonomischen Motiven und sozio-kulturellen Kontexten auch stark von
Routinen und Gewohnheiten sowie der Ausrichtung auf Billigstpreise geprägt
und daher in größeren Teilen der Bevölkerung sehr veränderungsresistent (siehe
auch Option 02_01).
–Ausschluss und Benachteiligung von bestimmten Bevölkerungsgrup –
pen durch höhere Preise von Biolebensmitteln begleitende beratende
Maßnahmen (gesündere Ernährung spart deutlich Kosten) und soziale Maß –
nahmen notwendig;
–Gegenwärtiger Zwang zur Maximierung des Profits durch Preisdruck,
Kostenreduktion und Konkurrenz in allen Bereichen der Lebensmittelwert –
schöpfungskette unfaire Marktbedingungen faire Marktbedingun –
gen für bäuerliche Produzent_innen und das klein strukturierte, lebensmit –
telproduzierende Gewerbe notwendig positive Effekte: weniger intensive
Ausschöpfung des Profits fördert Boden-, Pflanzen- und Tiergesundheit
sowie das Tierwohl und die Arbeitsqualität vieler Menschen.
b) Vorteile und Synergien der Zielsetzungen und Maßnahmen (siehe auch
Vorteile der biologischen Landwirtschaft in 02_03.2.2)
–Stärkung der Regionalentwicklung in ländlichen Gebieten (siehe Option
02_05);
–Übergang zu einem gesünderen, nachhaltigen Ernährungsstil: Reduktion des
Fleischkonsums (siehe Option 02_01) sowie Reduktion der Lebensmittelverluste
(siehe Option 12_03);
–Wichtiger Beitrag zur „ Krisensicherung der Ernährung und Landwirtschaft “ (sie –
he Option 02_06);
–Ökologisierung der Landwirtschaft (siehe Option 15_01);
–Ökologisierung des Grünlandes (siehe Option 02_04);
–Klimaschutzvorteile : THG-Emissionsreduktion durch die Klimaschutzvorteile
von Biolebensmitteln;
–Oberflächengewässer- und Grundwasserschutz ( siehe Kapitel 02_03.2.2;
siehe Option in SDG 6);
–Förderung artgerechter Tierhaltung und -fütterung: Steigerung des Tier –
wohls über artgerechtere Tierhaltungsstandards und -fütterungsrichtlinien des
Biolandbaus;
–Erhaltung der Boden-, Pflanzen- und Tiergesundheit durch die Vorteile des
Biolandbaus ( siehe Kapitel 02_03.2.2);
–Gesundheitsvorsorge: durch gesundheitliche Vorteile der Bioprodukte und
gesundheitsbewusstere Ernährungsstile im Kontext mit Bioernährung;
–Erhaltung der Produktvielfalt im Anbau, in der Lebensmittelverarbeitung und
im Handel;
–Höhere Diversität der Bertriebe, welche Biolebensmittel produzieren;
–Ökologisierung der Landnutzung – Boden (siehe Option 15_03);
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaft14 –Reduktion von diffusen Nährstoff- und Problemstoffeinträgen in die Gewäs –
ser (siehe Option 06_05).
02_03 .3.1.2 Systemgrenzen
Die Option bezieht sich auf die Biologische Land –
wirtschaft in Österreich, inkludiert dabei aber auch die (kritische) Betrachtung der
Importe und Exporte von Biolebensmitteln und Importe, die mit dem Biolandbau in
Österreich in Verbindung stehen (Betriebsmittel, die gemäß EU VO 834/2007 und
889/2008 für den Biolandbau zugelassen sind). In dieser Option werden die ge –
samte Bio-Lebensmittelwertschöpfungskette (von der Landwirtschaft und sei –
nen Vorleistungen bis zum Konsum innerhalb und außerhalb der Haushalte) sowie
die den Biolandbau fördernden und hemmenden Faktoren in den Blick genommen.
Diese Option ist insbesondere durch ihre Wirkungen
auf landwirtschaftliche Produktion, Lebensmittelverarbeitung und -handel/-
distribution sowie für Gastgewerbe und Hotellerie , die Regionalentwicklung
und nachhaltigen Tourismus (Stichwort Bioregionen ) von ebenso hoher öko –
logischer und sozio-ökonomischer Relevanz wie außerdem für weitere zentrale
Bereiche wie Gesundheit, Konsum und Lebensstil.
02_03 .3.2 Beschreibung der erwartenden
Wirkungsweise
Beschreibung des Transformationspotenzials:
Synergien mit anderen Zielen, Targets oder Optionen:
1.) Wichtige und sehr starke Synergien zu den Optionen im SDG 2 für ein nach –
haltigeres Ernährungssystem:
a) Deutliche Reduktion des Fleischkonsums ( siehe Option 02_01 );
b) Ökologisierung der Grünlandbewirtschaftung ( siehe Option 02_04 );
c) Nachhaltige Regionalentwicklung – Nachhaltigkeitsperspektiven für den länd –
lichen Raum ( siehe Option 02_05);
d) Erhöhung der „ Krisensicherung der Ernährung und Landwirtschaft “ (siehe Op –
tion 02_06).
2.) Starke Synergien zu den Zielen der Gesundheitsvorsorge (SDG 3) im Sinne
einer gesunden, nachhaltigen Ernährung;
3.) Starke Synergien zu den Zielen und Optionen der SDGs 6, 13 und 15 , da
enge Verknüpfungen zu den Zielen einer nachhaltigen, gewässer- und biodiversi –
tätsschonenden sowie klimafreundlichen Landwirtschaft und einer klimafreund –
lichen Ernährung existieren;
4.) Synergien zu Genderthemen (SDG 5) durch die Ziele/Maßnahmen in dieser
Option, die Rolle der Frau in der biologischen Landwirtschaft zu stärken.
Mögliche negative Auswirkungen: Siehe Kapitel
Umsetzungsbedingungen. a) Beschreibung von potenziellen Konflikten und Sys –
temwiderständen sowie Barrieren
02_03 .3.3 Bisherige Erfahrungen mit dieser
Option oder ähnlichen Optionen
Ein erster ambitionierter Schritt in Richtung der Um –
setzung dieser Option in Österreich ist der im burgenländischen Landtag beschlos –
sene Ausbau des Biolandbaus im Burgenland durch die Ausweitung der biolo –
gisch bewirtschafteten Fläche auf 50 % bis 2027 (Kummer et al., 2020). Wie die
Umsetzung und die Wirkungsweise dieses Vorhabens zu bewerten ist, wird sich in
Optionen und Maßnahmenden kommenden Jahren zeigen.
Zudem gibt es ambitionierte Ausbauprogramme der
biologischen Landwirtschaft beispielsweise in Südtirol und in Dänemark . So hat
sich die dänische Regierung zum Ziel gesetzt, bis 2020 den biologisch bewirt –
schafteten Flächenanteil, ausgehend vom Jahr 2007, zu verdoppeln. Für dieses
und weitere Unterfangen um den Bioanbau zu forcieren, wurde auch ein diesbe –
züglicher Action Plan für Dänemark ins Leben gerufen (Lauridsen, 2015).
Derartige Action Plans haben einige Länder der EU
ins Leben gerufen, wie beispielsweise: Österreich, Kroatien, Tschechien, Dä –
nemark, Estland, Finnland, Frankreich, Ungarn, Irland, Luxemburg, Polen und
Slowenien – jedoch gibt es eine eigene Budgetallokation für den Ausbau des Bio –
landbaues lediglich in Dänemark (International Federation of Organic Agriculture
Movement (IFOAM), 2015).
In Dänemark hat man sich zudem das politische
Ziel gesetzt, einen Bioanteil von 60 % in Kantinen, Schulen und Großküchen zu
etablieren. Der heutige Bioanteil liegt in der dänischen Gemeinschaftsverpflegung
bei 17 % und in Kopenhagen bereits bei fast 90 % (Lauridsen, 2015; IFOAM, 2017).
Darüber hinaus gibt es die Ankündigung des dänischen Verteidigungsministers,
die 1,1 Mio. Mahlzeiten, die in den dänischen Militärbasen serviert werden, künftig
biologisch bereitstellen zu wollen – so wie es bereits bei 40 % der konsumierten
Speisen der Streitkräfte im Westen von Dänemark der Fall ist (Magni, 2015).
Südtirol hat mit seinem Biokonzept 2025 eine Verdop –
pelung der Biofläche bis 2025 vorgesehen (Südtiroler Bauernbund, 2017). Hierzu
gibt es noch keine publizierten Erfahrungen.
02_03 .3.4 Zeithorizont der Wirksamkeit
Innerhalb existierender Systeme umsetzbar sind:
Kurz- und mittelfristig
– Maßnahmen im Agrarförderungssystem, insbesondere im ÖPUL sowie verstärk –
te Maßnahmen in der Beratung/Bildung und in der regionalen Biovermarktung,
welche auch ein effektives Programm zur Förderung regionaler Produktions- und
Verarbeitungsgemeinschaften umfassen müssen.
Kurzfristig
–Maßnahmen in Gastronomie und Großküchen (Erhöhung des Anteils an biologi –
schen, regionalen und saisonalen Menüs bzw. Zutaten).
Mittelfristig
geringe, bzw. leicht umsetzbare Systemveränderungen, die nötig sind bei:
–Ausbau der regionalen, dezentraleren Biolebensmittelverarbeitung;
–Ausbau der Regionalisierung der Biovermarktung;
–Ausbau der Biohotels und der Bioregionen sowie Verschränkung der biologi –
schen Landwirtschaft mit nachhaltiger Regionalentwicklung und nachhaltigem
Tourismus;
–Maßnahmen im Ausbildungsbereich in Richtung Wissen und Innovationen zur
biologischen Landwirtschaft;
–Maßnahmen im Bildungs- und Medienbereich in Richtung Bewusstseinsbildung
insbesondere von Konsument_innen;
15
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaft16 –Maßnahmen im Forschungsbereich sowie im Wissenstransfer.
Mittel- und langfristig
grundlegende Systemveränderungen sind nötig bei:
–grundlegenden, neuen Zielen in der Agrarpolitik9, im Förderwesen, bei
Subventionen und im Steuersystem bei gezieltem Umbau der Agrarförderung
in Richtung Biologische Landwirtschaft , Nachhaltigkeit und Förderung der klein –
bäuerlichen Landwirtschaft sowie generell einer flächendeckenden Ökologisie –
rung in der Landwirtschaft (auch in Richtung konsequente Klimawandelanpas –
sung);
–in Produktion und Handel: Ziel einer Transformation weg vom Paradigma der
Profitmaximierung, Konkurrenz und Preisdruck hin zu verstärkter Kooperation
zwischen Biobetrieben, Verarbeiter_innen und Handel.
02_03 .3.5 Vergleich mit anderen Optionen,
mit denen das Ziel erreicht werden kann
Die Option 02_03 Verstärkte Förderung der Biologi –
schen Landwirtschaft stellt einen essenziellen Beitrag zur Erreichung von nachhal –
tigeren Ernährungssystemen dar, welche von der UN in ihrem aktuellen Bericht
The Future is Now (Vereinte Nationen (UN), 2019) als einer von sechs leverage
points zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung gesehen wird.
Weitere Optionen, die auf Produktions- und Konsum –
seite zur übergeordneten Zielerreichung dieser Option beitragen, finden sich vor
allem in den SDGs 2, 4, 6, 8, 12, 13, 15. Folgende Optionen tragen besonders zur
Zielerreichung dieser Option bei bzw. unterstützen die Ziele dieser Option:
Option 02_01 Protein Transition
Die deutliche Reduktion des Fleischkonsums (in
Verbindung mit höheren Preisentgeltungen für die tierhaltenden Betriebe) stellt
eine wichtige Grundlage für eine nachhaltige Reduktion der Produktionsintensi –
tät in der Landwirtschaft dar. Es werden im Falle deutlich verringerter tierischer
Produktion, insbesondere von Schweine- und Hühnerfleisch sowie Eiern, deutlich
weniger Ackerflächen benötigt. Damit könnten auf den vorhandenen Ackerflächen
in Österreich – zur Sicherung einer nachhaltigen Lebensmittelversorgung – die Er –
träge auch bei zunehmender Bevölkerung reduziert werden. Eine damit reduzierte
Intensität und somit eine stärkere ökologische Ausgestaltung – insbesondere bei
Mischbetrieben und im Ackerbau – kommt somit einer Umstellung auf biologische
Landwirtschaft stark entgegen.
–Option 02_04 Ökologisierung des Grünlandes
Diese Option ist ein wichtiger Beitrag für die großflächige Umstellung auf biolo –
gische Landwirtschaft im Dauergrünland (ca. die Hälfte der landwirtschaftlichen
Nutzfläche in Österreich ist Dauergrünland). Dies trägt zu einem nachhaltigen,
resilienten Lebensmittelsystem mit vielfältigen positiven Synergien bei.
–Option 02_05 Nachhaltige Regionalentwicklung – Nachhaltigkeits-Perspektiven
für den ländlichen Raum
Diese Option ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag für eine verstärkte Umstellung
auf biologische Landwirtschaft, hier aus sozio-ökonomischer Perspektive. Diese
Option unterstützt ebenso ein nachhaltiges, resilientes Lebensmittelsystem mit
9 Laufende Interventionen der Großkonzerne gegen den „Green Deal“ der EU Kommission zeigen
die Schwierigkeit selbst gemäßigter Reformen, die erste Schritte in Richtung einer nachhaltigen
Landwirtschaft setzen würden (siehe Tageszeitung „Der Standard“ vom 19. Oktober 2020: „Wo –
che der Entscheidung für die EU-Agrarreform.“ und www.tagesschau.de vom 19. Oktober 2020:
„Gemeinsame Agrarpolitik EU-Minister verhandeln über Reform – Ministerin Klöckner gegen
Kommissionspläne“ . https://www.tagesschau.de/inland/eu-gemeinsame-agrarpolitik-101.html
Optionen und Maßnahmenvielfältigen positiven Synergien.
–Option 03_02 Reduktion der durchschnittlichen Kalorienaufnahme um 500 kcal
pro Tag und Erreichen einer Ernährung nach den Empfehlungen der DGE/ÖGE
Dies unterstützt die Option 02_01 zur Reduktion des Fleischkonsums. Die Syner –
gien für die verstärkte Umstellung auf biologische Landwirtschaft siehe Ausfüh –
rungen oben bei Option 02_01.
–Option 06_05 Reduktion von diffusen Nährstoff- und Problemstoffeinträgen
Diese Option ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag für eine verstärkte Umstellung
auf biologische Landwirtschaft, hier aus Sicht einer reduzierten Produktionsin –
tensität.
–Option 12_03 Reduzierung von Lebensmittelverlusten
Eine Reduktion von Lebensmittelverlusten fördert eine nachhaltige Reduktion
der Produktionsintensität in der Landwirtschaft, welche somit einer Umstellung
auf biologische Landwirtschaft zweckdienlich ist (siehe oben).
–Option 12_07 Nachhaltiger transformativer Konsum in einer Kreislaufwirtschaft
Diese Option fördert die Resilienz in der gesamten Lebensmittelwertschöpfungs –
kette und der Ernährung, welche einer verstärkten Umstellung auf biologische
Landwirtschaft aus ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht stark ent –
gegenkommt.
Option 13_01 Ökosoziale CO2-Steuerreform
Diese Option fördert die Kostenwahrheit in der Landwirtschaft und in der gesam –
ten Lebensmittelwertschöpfungskette, was für eine verstärkte Umstellung auf
biologische Landwirtschaft ein zentraler Erfolgsfaktor ist.
–Option 15_01 Ökologisierung der Landwirtschaft
Diese Option ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag für eine verstärkte Umstellung
auf biologische Landwirtschaft, hier aus Sicht der ökologischen Resilienz.
–Option 15_02 Rettungsinseln für die Natur: Ökoflächen in der Land- und Forst –
wirtschaft zur Bewältigung der Biodiversitätskrise
Diese Option ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag für eine verstärkte Umstellung
auf biologische Landwirtschaft, hier aus Sicht der Stärkung der ökologischen
Resilienz der Agrarökosysteme.
–Option 15_03 Ökologisierung der Landnutzung – Boden
Diese Option bildet einen zentralen Ausgangspunkt für eine verstärkte Umstel –
lung auf biologische Landwirtschaft, da biologische Landwirtschaft nur mit einer
hohen Bodenfruchtbarkeit dauerhaft funktioniert, auch im Hinblick auf die künftig
erforderliche Klimawandelanpassung.
17Abb. 02_03_01 : Zieldimensionen einer frühen BNE Quelle: Kauertz et al. (2019).
// Fig. 02_03_01 Targetdimensions of ESD in early childhood education Source: Kauertz et al. (2019).
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen LandwirtschaftTab. 02_03_01 : Tab. O_2-03_01:
Bezug zu anderen Optionen.
Quelle: Eigene Darstellung.// Tab. 02_03_01 : Reference
to other options. Source: Own
illustration.Option Titel der OptionBeschreibung des
Bezugs
02_01Protein Transition: Deutliche Reduktion des Fleischkon –
sums, gleichzeitig gesteigerter Konsum von pflanzlichen
Proteinen
siehe 02_03.2.2,
02_03.3.3 und 02_03.3.202_03Verstärkte Förderung der Biologischen
Landwirtschaft
(gemäß EU VO 834/2007 und 889/2008)
02_04 Ökologisierung des Grünlandbewirtschaftung
02_05Nachhaltige Regionalentwicklung
– Nachhaltigkeits-Perspektiven für den ländlichen Raum
02_06Krisensicherung der Ernährung und Landwirtschaft:
Sicherung einer ausgewogenen und langfristigen Eigen –
versorgung mit Lebensmitteln durch eine nachhaltige
Lebensmittelwertschöpfungskette
02_08Lokales Wissen im Bereich nachhaltiger und regionaler/
standortangepasster Landwirtschaft erhalten, austau –
schen und weiterentwickeln
06_05Reduktion von diffusen Nährstoff- und Problemstoffein –
trägen
06_08Verbesserter Grundwasserschutz durch bedarfsorientierte
Forschung
12_07Konsum von Gebrauchsgütern in einer Kreislaufwirt –
schaft: nachhaltig und transformativ
15_01 Ökologisierung der Landwirtschaft
15_03 Ökologisierung der Landnutzung – Boden
15_05Entwicklung und Förderung von Agroforstwirtschaft
als Beitrag zur Verbesserung der Nachhaltigkeit in der
Landnutzung
1802_03 .3.6 Interaktionen mit anderen SDGs
Bezug zu anderen Optionen
Optionen und Maßnahmen19SDG Interaktionen
Reduktion von Armut durch Stärkung und Erhöhung der Resilienz im Lebensmittel –
sektor durch Biolandbau inkl. fairer Arbeitsbedingungen (u.a. auch für Erntehelfer
und in der Fleischverarbeitung/-industrie). Relevanz in Österreich verschärft sich in
Krisenzeiten (s. Erfahrungen durch die Corona-Pandemie).
Biolebensmittel mit z.T. besseren ernährungsphysiologischen Eigenschaften; zu –
dem positive gesundheitliche Wirkungen durch Bioernährungsstil mit geringerem
Fleischkonsum – Synergie mit 2.1 und den Optionen zu Ernährungs- sowie Ge –
sundheitsbewusstsein: Senkung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht,
Diabetes, Mangelernährung, etc. durch gesunde, nachhaltige und damit auch
regionale Ernährung.
Dringend erforderliche Ernährungsbildung in Kinder-, Jugend- und Erwachsenen –
bildung als Beitrag zur Transformativen Bildung: Integration von Bedeutung der
Biolebensmittel für eine nachhaltige Ernährung.
Bedeutung der Rolle der Frau in Biolandwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und
-handel, für Vielfalt und Mitbestimmung in wichtigen soziokulturellen Bereichen,
ebenso wie im Bildungs- und Beratungsbereich, insbesondere im Biobereich.
Geringere Wasserbelastungen (geringere Nitrat(NO3)-Gehalte im Grundwasser,
Eutrophierung der Oberflächengewässer, keine/geringe Pestizideinträge); Verrin –
gerung von negativen Spillover-Effekten im Bereich Wasserverbrauch und Was –
serverschmutzung durch verringerte Importe.
Einsatz von erneuerbarer Energie im Biolandbau und stärkere regionale Stoffkreis –
laufschließung sowie geringerer Energieverbrauch (direkt und indirekt über die
Betriebsmittel).
Synergien des Biolandbaus mit nachhaltigem Tourismus und regionalem Wirt –
schaften.
Reduktion von Abhängigkeiten im Globalen Süden: Biologische Landwirtschaft
macht autark gegenüber Saatgut, synthetischen Düngemitteln und Pestiziden
– z.B. Know-How Transfer und lokale Forschung im Bereich Entwicklungszusam –
menarbeit.
Beitrag des Biolandbaus zur Krisensicherung der Ernährung im urbanen Raum
sowie engere Verzahnung von Stadt – Land.
Vielfältige Beiträge des Biolandbaus zum nachhaltigen Konsum im Bereich Er –
nährung.Interaktionen
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaft20Tab. 0_2-03_02 : Interaktionen mit
anderen SDGs. Quelle: Eigene
Darstellung. // Tab. 0_2-03_02 : Interactions
with other SDGs. Source: Own
illustration.SDG Interaktionen
Senkung der THG-Emissionen aus dem Lebensmittelsektor über die Ausweitung
des Biolandbaus und eines Bioernährungsstils (u.a. geringerer Fleischkonsum).
Wichtiger Beitrag des Biolandbaus zur Extensivierung und Ökologisierung der
Landwirtschaft, Verhinderung weiterer Landnutzungsänderung durch weitgehen –
des Sojaimportverbot aus Brasilien und Argentinien; wesentlicher Beitrag zur
Erhaltung der Bodengesundheit (Bodenleben und Humus) sowie zum Schutz des
Bodens vor Erosion.
Verzahnung von einer Bio-Offensive mit lokaler, nationaler und internationaler
Agrar-, Regional-, Ernährungs-, Konsum- und Tourismuspolitik in Richtung einer
nachhaltigen Entwicklung.
Optionen und Maßnahmen02_03 .3.7 Offene Fragestellungen
Wichtige Forschungsthemen/Zukunftsthemen für die
Weiterentwicklung des Biolandbaus, der eine verstärkte Umstellung auf biologi –
sche Landwirtschaft im Sinne dieser Option stark unterstützt:
(1) Forschungsthemen im Bereich Pflanze und Boden in der biologi –
schen Landwirtschaft
–Stärkung der Forschung im Bereich Biosaatgut;
–Biozüchtung insbesondere bei wenig züchterisch bearbeiteten Kulturarten (z.B.
Körnerleguminosen, Ölsaaten);
–Verstärkte und (international vernetzte) Forschung zu brisanten Pflanzenschutz –
problemen (Ackerbau, Gemüse-, Obst- und Weinbau sowie Spezialkulturen);
–Züchtung, Sortentestung und Anbauoptimierung bei Körnerleguminosen und
alternativen Eiweißfuttermitteln;
–Verbesserung der Nährstoffmobilisierung, Steigerung von Humusgehalt und
-qualität sowie Verbesserung der Bodenstruktur ( Best Practice , Langzeitversuche,
Transferprojekte);
–Reduktion der Treibhausgasemissionen in den Bereichen Pflanzenbau/Pflanzen –
ernährung;
–Verbesserung der Strategien zur Klimawandelanpassung:
a) Züchtung und Sortenprüfung von trockenheits-/hitzerobusten Sorten und Kultur –
arten unter Bedingungen des Biolandbaus;
b) Begleitforschung zu verschiedenen Strategien zur Erhöhung des Humusgehal –
tes;
c) Standortgerechte und systemorientierte Optimierung reduzierter Bodenbearbei –
tung;
–Best/Good Practice Beispiele zu verschiedenen brisanten Problemen in Pflan –
zenbau und Tierhaltung (Begleitforschung, Wissenstransfer);
–Strategien zur weiteren Steigerung der Biodiversitätswirkungen des Biolandbaus;
–Verbesserung der ökologischen Agrarlandschaftsgestaltung auf Biobetrieben und
verstärkte Fördermöglichkeiten (Wissen/ Know How , finanzielle Förderungen, Ko –
operationen, Best Practice , Begleitforschung).
(2) Nutztierhaltung in der biologischen Landwirtschaft
–Tiergesundheit in der Bio-Rinder-, Schweine-, und Geflügelhaltung: Verbesse –
rung der Strategien zur Prophylaxe und alternative therapeutische Behandlungs –
methoden;
–Artgerechte Haltungssysteme in der Bio-Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung
weiterentwickeln (inkl. Mensch-Tierbeziehung);
–Lösungsmöglichkeiten für brisante Probleme in der Bio-Schweinehaltung wie
Tierhaltung und Tierernährung (Forschung zu Innovationen, Best Practice );
–Verbesserungen in der Zucht, Fütterung und Haltung von Hühnern und Puten
unter ökologischen Produktionsbedingungen.
(3) Sozio-ökonomische Forschungsthemen zur Förderung der Biologi –
schen Landwirtschaft
–Strategien im Bereich Marktentwicklung, Förderwesen und Agrarpolitik zur Ab –
sicherung und nachhaltigen Weiterentwicklung eines standortangepassten klein –
strukturierten Biolandbaus in Österreich;
–Hofnachfolge und langfristige Betriebsstrategien in verschiedenen Regionen/
Produktionsgebieten in Österreich (sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Ana –
lysen, Innovationssuche, Begleitforschung);
–Genderthemen – Stärkung der Rolle der Frau in der Bio-Landwirtschaft: betrifft
u.a. Entscheidungsprozesse in den Biobetrieben und Bioverarbeiter_innen, Ko –
21
02_03 / Verstärkte Förderung der Biologischen Landwirtschaftoperationen, Biopolitik , lokale und regionale Politik (Begleitforschung, Innovatio –
nen, Best Practice -Austausch);
–Regionale Verarbeitung und Vermarktungsstrategien/-formen (Forschung zu
Innovationen, Schwachstellenanalysen, Best Practice , Begleitforschungen);
–Forschung im Bereich Konsument_innen: Ernährungswissen und Bio-Konsum,
nachhaltige Ernährungsstile, brisante ernährungswissenschaftliche Fragen im
Kontext des Bio-Konsums, nachhaltige Lebensstile, Warenkorbuntersuchungen
und Kosten, zukünftige Ernährungstrends und die Rolle des Biolandbaus;
–Ausbau des Bioprodukteabsatzes in der Gemeinschaftsverpflegung (Spitä –
ler, Pensionist_innenheime, Kindergärten, Schulen, Kantinen von öffentlichen
Einrichtungen und Unternehmen, Catering) – Problemanalyse und Lösungen;
Begleitung von Dialogprozessen mit allen betroffenen Stakeholder_innen und der
Politik (inkl. Gesundheitspolitik);
–Lokales Wissen u.a. zu Boden/Bodenfruchtbarkeit, Anbauverfahren, Saatgut,
Tierhaltung erhalten und weiterentwickeln (Analyse, Dokumentation, Austausch,
Integration in Forschungsprojekte zu vielen der oben genannten Themen).
(4) Übergeordnete Themen zur Förderung der biologischen Landwirt –
schaft – Regionalentwicklung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung
–Wege einer verstärkten Integration des Biolandbaus in eine nachhaltige Regio –
nalentwicklung (inkl. Konzepte zur regionalen Kreislaufschließung und solaren
Orientierung sowie sozial nachhaltige Prozesse);
–Bioregionen bzw. regionale Bio-Zukunftsstrategien in verschiedenen Regionen in
Österreich inkl. Verstärkung der Stadt-Landbeziehung (Begleitforschung);
–Kooperationen zwischen dem Biolandbau und dem Tourismus – Wege und Syn –
ergien ausbauen mit Zielrichtung eines nachhaltigen Tourismus (Innovationsuche,
Best Practice , Begleitforschung);
–Analyse und Ausbau der Synergien zu nachhaltigen Wirtschaftsstrukturen in
tangierten anderen Wirtschaftssektoren (Handel, Gewerbe, Industrie);
–Einbettung des Biolandbaus bei der nationalen Umsetzung der SDGs;
–Nachhaltigkeitsbewertung von (Bio-)Lebensmitteln und Nachhaltigkeitsanalyse
der Biobetriebe (Stärken-Schwächeanalyse als Basis einer Nachhaltigkeitsbera –
tung);
–Digitalisierung und Nachhaltigkeit
a) Umfassende Nachhaltigkeitsbewertung (inkludiert Krisensicherheit/Resilienz,
langfristige Perspektive sowie Ressourcenverbräuche und soziale Auswirkungen)
sowie integrierte Technikfolgenabschätzung von verschiedenen Digitalisierungs –
pfaden in der Landwirtschaft;
b) darauf aufbauend: Chancen, Umsetzungswege und erforderliche Begleitfor –
schung und begleitende Maßnahmenprogramme im Einsatz (z.B. im Kontext
Mensch-Tierbeziehung, Bezug zu Boden und Standort/Wetter, Vermeidung nega –
tiver SideEffects z.B. auf die langfristige Bodenfruchtbarkeit);
c) Grenzen des Einsatzes der Digitalisierung im Biolandbau in ökologischer, öko –
nomischer und sozialer Hinsicht.
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