Option_16_01_Abstract_20231119_182337.txt

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UniNEtZ-Optionenbericht
Maßnahmenübersicht Rassistische, homo-, trans-, obdachlosen- und behindertenfeindliche
Straftaten stehen in Österreich nach wie vor auf der Tagesordnung
und weisen, ebenso wie die in der Mehrzahl der Fälle im Familien –
verband verübte Gewalt an Frauen und Kindern, eine hohe Dunkel –
ziffer auf. Es ist daher nicht ausreichend, amtlich gewordene Straf –
taten zu ahnden. Vielmehr müssen die Initiativen, die den vielfältigen
Formen von Gewalt aktiv und zu einem Zeitpunkt, in dem sie noch
im Begriff sind, zu entstehen, entgegenwirken, verstärkt und aus –
gebaut werden. Option 16_01 nimmt also die besonders vulnerablen
Gruppen der Gesellschaft in den Blick und zielt in einem umfassen –
den Verständnis auf eine Reduktion der Gewalt gegen sie ab. Umfas –
send bedeutet dabei, dass sowohl die direkte Gewalt, bei der es
sich ebenso um körperliche wie um psychische Gewalt handeln
kann, als auch die verschiedenen Formen der strukturellen und
kulturellen Gewalt bekämpft werden sollen.16_01
Maßnahmenübersicht
Option Claudia PaganiniGewalt gegen
vulnerable Gruppen
bekämpfen
3511_Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche bekämpfen
Bestehende Hilfsangebote (Aufarbeitung, Selbstwertgefühl stärken)
müssen erweitert und staatlich gefördert werden – im Rahmen von
Sozialeinrichtungen sowie im Rahmen einer individuellen psycho –
therapeutischen Betreuung. Der Verharmlosung von sexualisierter
Gewalt gegen Frauen ist entgegenzuwirken.
2_Gewalt gegen alte und behinderte Menschen bekämpfen
Gewalt gegen alte und behinderte Menschen vollzieht sich häufig in
der Familie und resultiert aus einer Überforderung der pflegenden
Angehörigen. Es gilt, diese nicht allein zu lassen und ihnen die Mög –
lichkeit zum Austausch und zu professioneller Beratung zu bieten.
3_Gewalt gegen Migrant_innen bekämpfen
Aggression gegen Migrant_innen wird insbesondere dadurch
gefördert, dass diese in der medialen Berichterstattung als bedroh –
liche Masse und nicht als Individuen dargestellt werden. Hier soll
durch entsprechende Berichterstattung und geeignetes Campaigning
gegengesteuert werden.
4_Gewalt gegen Obdachlose bekämpfen
Es soll ein größeres Angebot an Zufluchtsstätten geschaffen und die
Exekutive für die Problematik sensibilisiert werden. Außerdem ist
Unterstützung anzubieten, damit Obdachlose, die Gewalt erfahren
haben, Traumata aufarbeiten können und nicht mit ihrer Angst allein
gelassen werden.
5_Gewalt gegen Mitglieder der LGBTIQ+-Community und
anderer Minderheiten bekämpfen
Es gilt, die Sichtbarkeit von Mitgliedern der LGBTIQ+-Community –
und insbesondere ihre mediale Präsenz – zu stärken, weil eine man –
gelnde Sichtbarkeit bzw. eine Sichtbarkeit, welche die eigene Nische
nicht verlässt, Gewalttäter_innen in ihrer aggressiven Haltung gegen
das für sie so Fremde bestärkt.
SDG_16
Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

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