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171Menschen brauchen Wasser zum Trinken, für die Bewässerung und
Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Felder, für die Herstellung von
Waren oder die Stromerzeugung in Kraftwerken. Die vielseitigen
Nutzungen von und Ansprüche an Wasser führen allerdings auch zur
Belastung der Ressource, insbesondere durch die Belastung mit un –
terschiedlichsten Stoffen, die im Sinne einer nachhaltigen Nutzung
oftmals problematisch sind. Primäres Ziel der Option ist Target 6.5,
d. h. bis 2030 auf allen Ebenen eine integrierte Bewirtschaftung der
Wasserressourcen (IWRM) umzusetzen, gegebenenfalls auch mit –
tels grenzüberschreitender Zusammenarbeit. IWRM ist ein wasser –
wirtschaftliches Konzept, um eine holistische Betrachtungsweise für
den nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser zu etablieren
und einen optimalen Interessensausgleich zwischen konkurrieren –
den Sektoren (z. B. Wasser, Energie und Landwirtschaft) zu ermög –
lichen. Co-Creation stellt daher ein zentrales Element von IWRM dar.06_09
Maßnahmenübersicht
Option Florian Borgwardt, Günter Langergraber,
Martin Regelsberger Stärkung des Integrated Water
Resources Management für einen
nachhaltigen Umgang mit
der Ressource Wasser
SDG_06
Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
172
UniNEtZ-Optionenbericht
Maßnahmenübersicht 1_Erfassung und Monitoring menschlicher
Eingriffe und Nutzungen
Dazu zählen die Erfassung und das Monitoring menschlicher Ein –
griffe und Nutzungen, des ökologischen Zustands in den Einzugs –
gebieten inklusive quantitativer Erfassung der Wassernutzungen
(z. B. Bewässerungsmengen in der Landwirtschaft) sowie der
Wasserbilanzkomponenten Niederschlag, Verdunstung, Abfluss.
2_Einbezug ökologischer Indikatoren sowie
wasserspezifischer Kriterien
Die Maßnahme plädiert für einen Einbezug ökologischer Indikatoren
sowie wasserspezifischer Kriterien (Auftreten von Dürren, Hoch –
wasser etc.) für ökonomische Entscheidungsfindung, wie z. B. bei
Investitions- und Kreditentscheidungen, beim Produktdesign sowie
beim Risikomanagement.
3_Stärkung der inter- und transsektoralen sowie
überregionalen Zusammenarbeit
Diese Maßnahme beinhaltet die Förderung integrierter und systemi –
scher Ansätze, um wasserbezogene Entwicklungen innerhalb aller
sozioökonomischen Sektoren zu berücksichtigen. Dies erfordert
u. a. den Abbau schädlicher Anreize in Fördersystemen und das Auf –
einanderabstimmen von Steuerungsinstrumenten.
4_Neue Strategien für die Bewertung und Kommunikation
Um die Interessen aller Wassernutzer_innen in allen Sektoren zu
berücksichtigen braucht es neue Partizipationsprozesse, Multi –
akteur_innen- und Stakeholder_innen-Ansätze. Zur gemeinsamen
Betrachtung ökologischer und ökonomischer Inhalte kann z. B. das
Konzept der Ökosystemleistungen verwendet werden.
5_Minimierung klimabedingter Wasserrisiken
(z. B. durch Starkregen, Trockenheit etc.)
Klimabedingte Wasserrisiken (z. B. durch Starkregen, Trockenheit
etc.) sollten minimiert werden. Monitoring- bzw. Frühwarnsysteme
sind dabei wichtig für die Bewältigung der Folgen des und zur
Anpassung an den Klimawandel.
1736_Eine nachhaltige Transformation des Wassersektors
und anderer Wassernutzung finanzieren
Die Finanzierung einer nachhaltigen Transformation des Wasser –
sektors und anderer Wassernutzung, wie in der Land- und Forstwirt –
schaft oder in Siedlungen, sollte sichergestellt werden. Investitionen
sind in diesem Bereich fast immer langfristiger Natur, daher müssen
sie entsprechend finanziert sein.
7_Natürliche Wasserrückhaltemaßnahmen (NWRM)
und ‚no-regret measures‘
Mit dieser Maßnahme wird vorgeschlagen, natürliche Wasserrück –
haltemaßnahmen (NWRM) sowie ‚no-regret measures‘ in IWRM-
Konzepte aufzunehmen, um Synergieeffekte z. B. mit der Klima –
wandelanpassung oder mit der Wiederherstellung ökologischer
Funktionsfähigkeit zu nutzen.
SDG_06
Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

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